Mein lieber Scholli, was haben wir gelacht!

Am vergangenen Samstag war ein guter Bekannter zu Gast im Bürgerhaus-Saal in Weiler: Der Neuffener Michael Klink alias LinkMichel präsentierte sein neues Programm „Mein lieber Scholli“. Wieder reihte er, ohne Zwischenapplaus abzuwarten, eine Nummer an die andere und sorgte treffsicher für Lachsalven im Sekundentakt. Alleine das Zuhören würde schon für beste Laune sorgen – LinkMichel treibt den Spaß mit vollem Körpereinsatz, mitreißender Mimik und Gestik auf die Spitze!

Dabei darf jeder selbst vermuten, wie viel Wahrheitsgehalt in seinen verrückt-wahnsinnigen Storys steckt. Zumal er selbst von sich sagt: „Bewusstlos mach i am wenigsta Bledsinn!“. So fällt er lustvoll und kreativ über die vorbereitete Geburtstagstorte für Gitte her, ruft in der Oper aus Angst um die trällernde Sopranistin nach einem Sani und bohrt schon mal präventiv ein (noch) sinnfreies Loch in die Wand („Ha, wenn mol ebbes isch …?!“).

Natürlich kann er seine (Schwert-)Gosch auch beim Vorbeigehen am Frauenstammtisch nicht halten („Gruß an die Runde!“) und erntet derbe Kritik, sinniert über die Sinnhaftigkeit neuer Regeln für die Bundesjugendspiele, beklagt sich über die „zwei Nummern dicker machende Beleuchtung in Umkleidekabinen“ und lästert über seinen untauglichen Schwiegersohn („Rasenmäher-Legastheniker!“).

„Alea iacta est. Ich kam, sah und siegte!“, so LinkMichel beim „Obst-Event“ (Bananenbootrennen) auf Fuerteventura. Gemessen an den Lachern in Weiler ist er ein wahrer Champignon 🙂 ! Ach ja, am Bootsrennen lässt er dann seine „Göttin“ mitmachen und geht lieber aufs Zimmer zum Duschen. Aber das ist eine andere Geschichte … (Gell, Michel, „epa, epa!“)

Bei den Zugaben durfte dann freilich das legendäre Treffen mit Sharon Stone an der Tankstelle in Linsenhofen nicht fehlen.

Wir danken dem befreundeten Team des Fördervereins Bürgerhaus Weiler für den einladenden Rahmen und das wie immer leckere Catering: „Zsamma besser dra!“ Auf ein Neues am 22. Juni 2024 (möglichst Open-Air!) mit der Christof Altmann Combo und der Neuauflage des legendären Programms „I möcht so gern a Maultasch sei!“

Andreas Passauer

Betty’s Diagnose: Lieblingsgeräusch = Applaus!

Einen vergnüglichen Abend erlebten die Besucher von „Betty & die Lalabuaba“ am vergangenen Samstag im Bürgerhaus Weiler.

Das sympathische Trio aus Alfdorf (Tina „Betty“ Schlechter), Esslingen (Olaf „La“ Nägele) und Nürtingen (Claus „La“ Lindenmayer) nahm von Beginn an Kontakt mit dem Publikum auf, animierte zum Mitmachen und bekam auf das akustische „Kommando“ (Chimes) einer Gästin jede Menge verdienten Applaus.

Gesanglich und instrumental überzeugend präsentierten die kokettierende Prinzessin und ihre immer wieder „aufmuckenden“ Lakaien einen bunten Strauß bekannter Songs mit eigenen schwäbischen Texten.

Da wird aus „Love is in the Air“ ein den vermeintlich bei Jacqueline (,die Bitch‘) fremd gehenden Freund verhörendes „Wo kommsch du jetzt her?“. Klare Ansagen der selbstbewussten Betty kamen bei „Weil du des net derfsch!“ (auf How deep is your Love?) rüber. Mit vielen Witzle und lustigen Gschichtle durfte bei echten Schwabenkennern neben dem Plätzle am Neckar, dem Rasamäha und schottischem Geiz natürlich die Kulinarik nicht fehlen: „Was du brauchsch, isch Moscht!“ wurde mit der Beatles-Hymne „All you need is Love“ zelebriert.

Die beiden Lala Buaba sind arme Kerle. Nicht nur, weil sie unter den (nicht vorhandenen, weil vergessenen) Glitzerschuhen Bettys stehen; vielmehr sucht einer verzweifelt eine Frau fürs Leben, der andere leidet unter Gedächtnisstörungen wegen dem „Scheißdreck“ (Corona) und seiner Eitelkeit. Letztere besungen mit „Es gab a Zeit, da war Haar da!“ („Escape – I like Pina Colada“). 
Aber „es goht au wieder nauf!“ und mit „Da hinta wird’s hell!“ (Highway to Hell) gewinnt der fröhliche Optimismus wieder Oberhand. „Zsamma semmer doppelt so guad!“, wer könnte das besser wissen als die musikalischen Spaßmacher auf ihrer „dreimal so gut!“ Tour?
„Betty & die Lala Buaba“ verabschiedeten sich nach zu Recht erklatschten Zugaben von ihrem herzerfrischten Publikum. Kleinkunst in Weiler statt Thomas und Helene im TV: Eine gute Entscheidung!

Die Teams der KulturWerkstatt und des Fördervereins Bürgerhauses Weiler freuen sich bereits auf die nächste Kooperationsveranstaltung: LinkMichel wird am 26.01.2024 sein brandneues Programm „Mein lieber Scholli!“ präsentieren. Vorverkauf ab Samstag, natürlich im Tintenfässle.

(Andreas Passauer)

DooWop-Mädla: Draußen & drinnen!

Bericht von Jutta Killmann

Die Party anlässlich des 20. Geburtstages des Bürgerhauses Weiler fand zunächst draußen statt. Und so wurde dessen wunderbarer Garten zum Zuschauerraum, seine Terrasse zur Open-Air-Bühne für die DooWopMädla, ein Quartett aus den erfolgreichen Comedy-Künstlerinnen Annette Heiter, Gesa Schulze-Kahleys, Babs Steinbock und Susanne Härle. DooWopMädla? Der Name ist Programm: Haben sich doch die „Mädla“ einer Musikrichtung namens DooWop verschrieben, die in Amerika in den 50-er und 60-er Jahren auf der Basis der Harmonik und Rhythmik von Rock ’n‘ Roll und Blues-Balladen entstanden ist. Die Songs der damaligen Zeit (z.B. Mr. Sandman 1954), Lollipop(1958) einfach nur zu covern wäre den kreativen Mädla aber zu billig! Stattdessen füllen sie die Welthits mit schwäbischen Inhalten. Denn das Schwäbische liege ihnen so sehr am Herzen, weil „mr im Schwäbischa wiaschte Sache schee ausdrücka“ könne. 

So richtig „wiascht“ wird’s aber net. Die Songtexte der Mädla drehen sich mit viel Wortwitz um Hoim ond Herd, um Männerfang und um die eigene Taillengröße. Hausbacken? A bissle! Aber nicht nur! So begreift man die tragische Fallhöhe der Figurprobleme vieler erst richtig, wenn aus dem Textelement „And all I ever do“ des sehr sentimentalen Songs „Only you“ von Magic Artists auf Schwäbisch „Egal was i au tu, i nemm zu!“ wird! Das geht wirklich zu Herzen!

Ein Höhepunkt des musikalischen Programms: Der Youtube-Hit des Quartetts „Kartoffelsalat“. Aus dem rauen irischen Walfang- Shanty „Wellermann“ von Nathan Evans wird auf Schwäbisch ein Rezept dafür, wie man Männer erobern kann, nämlich mit gutem Essen, z.B. mit: siehe oben!

Humorvoll und selbstironisch verknüpften die wechselnden Moderatorinnen auch die anderen Songs durch heitere Alltagsgschichtla aus der schwäbischen Provinz. Damit trafen sie zu 100 % den Geschmack der Zuschauer/-innen, die sich heimelig in diese vertraute Gedankenwelt und die wohlig weiche klangliche Atmosphäre einkuschelten. Von mitwisserischem Schmunzeln bis hin zu zustimmendem Jubel waren alle Formen des Beifalls reichlich vertreten. Besonders intensiv wurde der Dialog zwischen den Künstlerinnen und dem Publikum durch die Prämierung des gemeinsamen schwäbischen Lieblingswortes. Durch Trampeln, Schreien und Pfeifen fiel schließlich die Wahl auf den Vorschlag von Volker Beiswanger: Hälenga!

Ja, und sogar ein echter Oskargewinner wurde dem staunenden Publikum präsentiert: Markus Vetter, der 2023 als Tonmeister an der Produktion des Dokumentarfilmes Nawalny beteiligt war. Herzliche Gratulation!

Auch die Mädla fühlten sich – Vorsicht Ironie – als Stars, weil sie als Erste auf der Open-Air-Bühne in Weiler auftreten durften. Allerdings war die Freude von kurzer Dauer, weil die Veranstaltung während der Pause wetterbedingt hektisch in den Saal verlegt werden musste. Aber der Wechsel und das Verhältnis von innen und außen passte ganz gut ins Programm. Als „gestandene Frauen“, so sagen sie, hätten sie den „Wechsel vom Vollweib zur Göttin“ vollzogen. Wo aber bleibt dann das Mädle? Und warum soll eigentlich nicht alles gleichzeitig möglich sein: Mädle, gestandene Frau – und Göttin? Oder innen Mädle und außen Vollweib und Göttin? Oder umgekehrt? Oder ganz anders? 

Die „Mädla“ haben in ihrer Vorstellung in stilgerechten Kostümen jedenfalls mit Charme, Temperament und großer Ausstrahlung ein paar klassische Facetten des Frauseins mehr als abgedeckt. Und das Alter? Phh! 

So wurde ihr Programm „Kartoffelsalat-Tour“ auch in Weiler zu einem Erfolg. Als Organisatoren trugen dazu die KULTURWERKSTATT Ebersbach und der Förderverein Bürgerhaus Weiler bei, der das Programm mit schwäbischen Spezialitäten abrundete. 

POESIE DES ALTERS

Literarisch-musikalische Soirée mit dem Lyrik-Bühne-Duo.

Gedichtfolge vom Sonntag, 2. Juli 2023
 
„Es sitzt ein Vogel auf dem Leim“ – Wilhelm Busch 

„Die guten Leutchen wissen nicht“,

„In der Jugend“,

„Sonst: Wie die Alten sungen“,

„Man meint immer“ – Johann Wolfgang von Goethe

[…] „Geläufige Zitate“ – Günter Kunert

„Verborgenheit“- Eduard Mörike

„Spiegelbild“ – Rose Ausländer 

„Herbstbild“ – Rainer Maria Rilke

„So isses“ – Robert Gernhardt

„Schöner Abend“,

„Nur zwei Dinge“ – Gottfried Benn

„Teilhaben“,

„Spiegelbild“,

„Hoffnung ll“,

„Noch bist du da“,

„Wort an Wort“ – Rose Ausländer 

„Dein Ort ist“ -Hilde Domin

„Was man braucht…“,

„Kantate für Drehorgel“,

„Zukunftsmusik [I]“,

„Twen Blues“ – Mascha Kaléko

„Wenn ich mit mir“,„Anruf“,

„Unvermittelt traf ich“,

„Der alte Mann“ – Günter Kunert

„Zweifel“,

„Die fünfte Jahreszeit [Auszug]“,

„Park Monceau“ – Kurt Tucholsky

„Tango“ – Joachim Ringelnatz

POEMS ON THE ROCKS – wieder ein klasse Musik- und Bilderspektakel!

„Ebersbach Suite“ auf bessere Zeiten verschoben

Es sollte der absolute Höhepunkt der gemeinsamen, über zwei Dekaden währenden Zusammenarbeit zwischen dem gebürtigen Ebersbacher Jazzprofessor Martin Schrack und der KulturWerkstatt Ebersbach/Fils sein. Doch die Corona-Pandemie hat uns bewogen, die Veranstaltung „Ebersbach Suite“ mit dem Martin Schrack Oktett um ca. 1 Jahr zu verschieben.

Die erheblichen finanziellen Mehrbelastungen und die deutlich erschwerten Bedingungen zur Durchführung sind schon allein tragende Gründe. Vor allem aber möchten wir die Uraufführung der eigens komponierten musikalischen Bilder in einem würdigen Rahmen im herrlichen Ambiente der historischen Fabrikhalle Fliesen HARSCH präsentieren und vor „vollem Haus“ erleben.

1 2